Heiße Schote
Das
letzte Leichtgewicht ist ebenfalls ein Klassiker, den die Veteranen der
Bikeszene aus der guten alten Zeit kennen, auch wenn das Bike einige
Faceliftings bekommen hat; das „Zymotic“ von HOT CHILI. Den
leichten Rahmen gibt es lobenswerterweise in vielen Größen, ein
37-Zentimeter-Rahmen lässt auch klein gewachsenen Fahrern die Chance auf
ein edles Race-Hardtail. Auf 9,3 Kilogramm haben die
Schwaben unser Testrad getrimmt, und es ginge ohne großen Aufwand noch
einige Gramm leichter. Sind doch die hauseigenen „Hot Chili-Parts“
keine absoluten Federgewichte, und auch die Laufräder mit DT Swiss
„Onyx-Naben“ und „Mavic X223 Disc-Felgen“ bieten noch Sparpotenzial,
obwohl sich auf ihnen sehr leichte „Twister Supersonic“ von Continental
drehen. Diese rollen gut und bieten erstaunlich guten Halt und Traktion,
solange der Boden nicht zu tief wird. Wie bei Schmolke ist eine Rock
Shox Sid verbaut, wenn auch in der blockierbaren „Team“-Ausführung. Auch
sie ist etwas weich und bietet nicht die Federperformance manch neuen
Gabelmodells. Für Rennfahrer ist die aber immer noch eine absolute
Topgabel.
Der Rahmen
des „Zymotic“ ist schön verarbeitet und wirkt mit seiner polierten
Oberfläche superedel,
allerdings sollte man ihn fast nur mit Handschuhen berühren, um keine
Fingerabdrücke zu hinterlassen, die dann wieder wegpoliert werden
müssen. Beim Fahren besticht er durch seine Steifigkeit, gibt
aber auch Schläge ungedämpft an den Fahrer weiter, so dass in Sachen
Komfort Abstriche zu machen sind. Wenn es mit dem „Zymotic“
auf die Poste geht. Lautet die Devise: Kette rechts! Es beschleunigt
brutal, heizt um jedes Eck und will gar nicht verzögert werden. Ist es
doch so weit, packt die „Marta SL“ kraftvoll zu und schraubt die
Geschwindigkeit auf ein erträgliches Maß zurück. Sie funktioniert top,
ist aber nicht für ängstliche Dauerbremsungen ausgelegt; diese wird ein
Käufer dieses Bikes aber auch gar nicht nötig haben.
Auch bei HOT CHILI setzt man beim
Schalten
übrigens auf eine Sram X.0 mit Drehgriff und
Shimano XT-Umwerfer, die Kurbel kommt, wie auch der Sattel, von Tune.
Das alles funktioniert perfekt du ist überlegt zusammengestellt.
Abgesehen vom mangelnden Komfort, fährt das „Zymotic“ durchweg gute
Noten ein. Die Sitzposition ist zwar sportlich, dabei aber noch so
ausgewogen, dass auch längere Touren ohne Probleme absolviert werden
können. Die Fahrcharakteristik ist ausgewogen und ermöglicht stressfreie
Ausflüge. Ein rundes Paket, mit dem Torenfahrer ebenso zufrieden sein
werden wie ambitionierte Rennfahrer. Erstere würden vielleicht eine
andere Gabel wählen. Letztere noch ein paar Gramm an den Anbauteilen und
vor allem den Laufrädern einsparen. |